Mittwoch, 22. Juni 2011

Mawrth Vallis (3) - Bienenwaben und Spinnennetze?

Nach einiger Zeit und rechtzeitig vor dem Start des nächsten Marsrovers (MSL "Curiosity") mal wieder ein paar visuelle Eindrücke von unserem äußeren Nachbarplaneten. Näher betrachtet habe ich mir weiterhin eines der möglichen Landeplätze des MSL in 2012 - Mawrth Vallis. Wie schon in den letzten Beiträgen zu diesem äußerst interessanten Gebiet und heißesten Favoriten als Landeplatz auch diesmal wieder einige sehr interessante Dinge wie folgt:
Aufgefallen sind mir von Anfang an immer wieder regelmäßig vorkommende spinnennetz- bzw bienenwabenartige Oberflächenstrukturen welche hier sehr gut zu erkennen sind (Bilder wie immer anklicken für Vollansicht):







Die obere Hälfte des Bildes ist im RGB Bereich von HiRISE dargestellt, der untere Bereich ist noch etwas näher herangezoomt und aus dem IRB Bereich.

Nachfolgend noch ein Beispiel dieser interessanten Strukturen in verschiedenen Zoomstufen sowie bildtechnisch bearbeitet (Schärfe und Kontrast erhöht):






Wie ich finde könnte das sehr interessant werden mal direkt am Boden zu untersuchen.

Zum Schluß auch diesmal wieder ein nettes Beispiel aus der Kategorie "kurios" - anklicken für Vollansicht:



Mal abgesehen von dem ganzen anderen "Zeugs" in der Umgebung könnte man glatt meinen da liegen Knochen eines netten Dinos (mal wieder :) ) in einer kleinen Senke. Im oberen Bereich (HiRISE RGB) muß man schon etwas genauer hinsehen - der interessante Bereich ist makiert. Im unteren Bereich (HiRISE IRB) habe ich das vermeintliche Skelet speziell hervorgehoben.
Interessanterweise taucht der Begriff "dinosaur bones" übrigens immer wieder auch in offiziellen Gesprächen und Vorträgen von Wissenschaftlern in Bezug auf das Mawrth Vallis auf wie beispielsweise hier !!! Mich wundert es ehrlich gesagt nicht :)

Nach dem 5. und letztem MSL Landeplatzauswahl-Workshop sieht es ganz gut aus für Mawrth Vallis: http://marsoweb.nas.nasa.gov/landingsites/msl/workshops/5th_workshop/talks/Monday_PM/Bibring_MSLLS_MV.pdf
Allerdings befürchte ich das Herr Bibring etwas zu viel das gefährliche Wort Leben (Life) ins Spiel gebracht hat und damit die NASA-Entscheider etwas ängstigt. Wie dem auch sei ich drück die Daumen für Mawrth Vallis.

Ganz zum Schluß noch 3 neue HD Videos von Überflügen von interessanten Regionen des Mawrth Vallis in 200-300m Höhe die ich vor kurzem neu erstellt habe - perfekt für uns Sessellehnen-Entdecker (am besten direkt bei YouTube angucken bei 720p und Vollbild :-)





Donnerstag, 21. Januar 2010

Tauprozesse in den hohen nördlichen Breiten

Passend zur derzeitigen Jahreszeit (auf der Nordhalbkugel der Erde) werden heute einige Beobachtungen im hohen Norden des Mars präsentiert. Die folgenden Photos zeigen ein eisbedecktes Dünenfeld in einer Senke in der Nähe des Mars-Nordpols, zur Zeit des einsetzenden Frühlings auf der Mars-Nordhalbkugel. Einige Bildausschnitte der behandelten HiRISE Aufnahme haben es kürzlich auch in die Medien geschafft aufgrund eines verblüffenden visuellen Effektes aber seht selbst:

Quelle: http://hirise.lpl.arizona.edu/PSP_007962_2635

Übersicht des Gebietes:


Landschaftspanorama (HiRISE RGB 50% Zoom - Bild anklicken für Vollansicht):










































Auf diesem Übersichtsbild ist schön zu erkennen welcher visuelle Effekt der Beobachtung soviel extra Aufmerksamkeit schenkte: man hat, flüchtig betrachtet, den Eindruck als ob gerade Strukturen aus der Landschaft nach oben zeigen. Einige hielten das für eine Art von Bäumen. Eine genauere Betrachtung (folgende Photos) zeigt allerdings das es sich wohl eher um dunkle Schlieren an abschüßigen Seiten von Hügeln und Dünen handelt. Als Erklärung wird das Abtauen von Trockeneis auf den Kämmen im Frühling und dabei ausgelöste kleinere Staublawinen bevorzugt. Interessant, wie ich finde, ist aber zum einen die sehr dunkle Färbung des "Lawinenmaterials" und auch die Ansammlungen davon in geigneten Spalten und Senken am Fuß der Hänge. Diese beiden Faktoren machen mich etwas mißtrauisch ob es sich hier wirklich nur um abrutschenden Staub handelt. Die folgenden Bilder zeigen einige gewählte Ausschnitte von Schlieren und Ansammlungen des dunklen Materials.

Bilder anklicken für volle Ansicht:






































Für mich sieht das ganze eher aus als ob da eine Flüßigkeit beteiligt ist! Wer weiß welche thermischen und chemischen Effekte in dieser Umgebung am Werk sind - Kohlensäure oder sogar Wasser? Salzige Laken können bis zu -60°C flüßig bleiben beispielsweise und könnten beim Abschmelzen der Trockeneisdeckschicht austreten wenn die Temperaturen weiter steigen. Auch die schwarze Färbung erhöht mit Sicherheit die Temperatur des Materials. Auch habe ich schon über Vermutungen gelesen das es doch ein biologisches Phänomen sein könnte - wenn auch keine Bäume.
Diese Landschaft sieht nicht nur beeindruckend aus sondern hat auch einiges für uns zu grübeln!

Zum Schluß noch ein weiterer Ausschnitt dieser HiRISE Beobachtung etwas außerhalb des spektakulären Dünenfeldes:






















Auch hier gibt es einiges zu sehen!

Links zu diesem Beitrag:

Montag, 9. November 2009

Krater südlich vom Isidis Planitia - interessante Beobachtungen

In dieser Veröffentlichung werden einige interessante Schnappschüsse rund um einen mittleren Krater im Hügelland südlich des Isidis Planitia auf dem Mars präsentiert. Der Krater an sich ist aufgrund seiner Morphologie und den vielen Schlieren an seinen Hängen schon beeindruckend und geologisch sehr interessant. Schaut man sich die Umgebung des südlichen Hangs (im RGB Bereich ist Süden oben) allerdings etwas näher an, fallen seltsame, teilweise geometrische Formen und Anordnungen auf.

Übersicht des beobachteten Gebietes "Unnamed Fresh Crater South of Isidis Region (ESP_014412_1780)":

Quelle: http://hirise.lpl.arizona.edu/ESP_014412_1780

Google Mars Kontext

Als erstes eine Übersicht der interessanten Strukturen mit Ausschnitten von Nahaufnahmen (wie gesagt es handelt sich um das Gebiet am südlichen Rand des großen Kraters):
















































































Dieses Gebiet ist voll mit geometrischen Anordnungen und Objekten. Besonders witzig erscheint die rechte markierte Anordnung mit einem kleinen Monolith. Das Gebiet vor dem Monolith weist eine rechteckige Struktur mit einigen kleineren Objekten die nur noch schwach am Rande der Auflösung (25 cm/Pixel) der HiRISE Aufnahme erkennbar sind. Es bleibt der Fantasie eines jeden Betrachters vorbehalten hier etwas hinein zu interpretieren :-)
Das restliche Gebiet zeigt geometrische Anordnungen von Linien, die reliefartig aus dem Boden herausragen und ein wenig an Aufnahmen von irdischen Ruinen-Komplexen aus dem Weltraum erinnern (z.B. in der lybischen Wüste oder Nazca - siehe Bild unten). Das blaue Objekt links könnte man aufgrund der Farbe und den geraden Kanten und dem rechten Winkel für ein technisches Objekt halten - der abgestürzte Beagle 2 Lander eventuell?


Ruinen von Nazca (Quelle)

Im folgendem weitere Photos des Gebietes mit unterschiedlichem Zoomfaktor.

100% Zoom zentriert auf den mini Monolith:



















100% Zoom geometrisches Linien- bzw Gitternetz:


















50% Zoom südlicher Rand des großen Kraters:


















Eine weitere Auffälligkeit sind einige in der Landschaft verteilte Hügel welche sich von der Umgebung abheben. In der HiRISE RGB-Ansicht sind diese, wie das linke Objekt im ersten Bild, bläulich. Eine mögliche Erklärung könnten wieder kleine Pingo-Formationen sein. Diese Einschätzung wird auch untermauert von morphologischen Strukturen in und um den Krater, welche auf Eis- oder sogar Wasserflußaktionen hindeuten (fluviale Prozesse). Nachfolgend noch eine Nahansicht eines solchen Hügels (100% Zoom):


















Weiterführende Links:

Mittwoch, 2. September 2009

Mawrth Vallis (2) - Makrofossilien auf dem Mars?

Wie schon angekündigt stelle ich heute weitere Aufnahmen aus dem Mawrth Vallis Gebiet des Mars vor. Der Schwerpunkt liegt diesmal in der Analyse von HiRISE Nahaufnahmen in Hinblick auf möglichen Spuren von Leben. Dieses Thema ist natürlich ziemlich spekulativ aber ich finde immer wieder Strukturen in diesem Gebiet, die irdischen fossilen Überresten von Leben vor allem Stromatolithen erstaunlich ähnlich sehen. Die Möglichkeit im Mawrth Vallis auf solche sogenannten Makrofossilien zu stoßen ist relativ hoch, sollte es tatsächlich Leben auf dem Mars geben oder gegeben haben, aufgrund der mineralogischen Zusammensetzung und dem Vorkommen von Ton-Mineralien und Sediment-schichten (vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/Mawrth_Vallis und Links) . Im Mawrth Vallis sind prinzipiell alle Vorraussetzungen gegeben für die Entstehung von Fossilien (nicht zuletzt deshalb ist es einer der letzten 4 Landeplatzkandidaten für MSL und auch ein Topfavorit für ExoMars) also schauen wir uns das Gebiet doch mal näher an!

Mawrth Vallis Kontext: http://www.google.de/mars/#lat=25.075648&lon=-18.544921&zoom=7&map=visible

Übersicht Gebiet 1 - Possible MSL Landing Site Mawrth Vallis (PSP_010882_2040):

Quelle: http://hirise.lpl.arizona.edu/PSP_010882_2040

100% Zoom einer interessanten Struktur:

















400% Zoom der Struktur und Umgebung


















Diese Struktur fällt sofort ins Auge wenn man sich die HiRISE Aufnahme näher ansieht. Generell wird hier jeder Geologe sagen das es sich um Material handelt welches resistenter gegen Erosion ist als die Umgebung so das es frei-erodiert ist während die nähere Umgebung abgetragen wurde. Der Clou ist, das Fossilien in der Regel beständiger gegenüber Erosion sind als die direkte Umgebung (sonst würde man viel seltener welche finden auf der Erde). Symmetrische Formen in Gesteinen machen jeden Fossilienjäger natürlich neugierig! Aber auch die nähere Umgebung der prominenten Struktur hat es in sich. Der Boden scheint mit kugel- bzw. kreisförmigen Ausbuchtungen "belegt" zu sein. Diese Strukturen sind relativ häufig im Mawrth Vallis anzutreffen - teilweise auch mit regelrechten Ansammlungen und "Verklumpungen". Einige dieser runden Ausbuchtungen scheinen innen hohl zu sein, gut zu sehen im Norden der großen Struktur. Da ich dazu bisher keine ähnlichen irdischen (geologischen) Strukturen außer besagten Stromatolithen gefunden habe (siehe Bilder unten) liegt für mich die Vermutung nahe das es sich hier um ähnliche Gebilde handeln könnte.


Stromatolithen


runde, teilweise hohle Stromatolithen - Quelle: http://www.esci.keele.ac.uk/services/education/sediments_namibia/26-10.jpg

Im Folgenden eine kleine Auswahl von weiteren interessanten Beobachtungen aus anderen HiRISE Aufnahmen des Mawrth Vallis (das Material wird noch für viele Veröffentlichungen reichen!):

Runde symmetrische Struktur und Umgebung 100% Zoom (PSP_007612_2045 NOMAP) :









Runde symmetrische Struktur und Umgebung 400% Zoom (PSP_007612_2045 map projected) :













(Größenbalken zeigt 7.5 m an!)


50% Zoom "Dino Baby" und "Wasserfall" (PSP_010460_2055):
















100% Zoom "Dino Baby" (PSP_010460_2055):


















Die runde Struktur mit den symmetrischen Einbuchtungen sieht in meinen Augen auch eher biologisch als rein geologisch aus das ist aber eine rein subjektive Einschätzung und Experten haben da sicher auch rein geologische Erklärungen für.
Das "Dino Baby" ist wahrscheinlich mal wieder eine gelungene Mars-Laune der Natur um uns Homo Sapiens zu ärgern oder zu verwundern :-)
Anantomisch würde ich sagen das es, wenn es so auf der Erde gefunden würde, sich um eine Flugsaurier Art handelt - erkennbar an den sehr langen vorderen Gliedmaßen im Verhältnis zu den hinteren. Allerdings würde solch ein Saurier auf der Erde sicher nicht fliegen können da die sichtbaren "Flügelknochen" noch zu kurz währen um eine ausreichende Spannweite zu ergeben. Vielleicht ist aber ein Stück der Knochen nicht sichtbar (vergraben) und auf dem Mars würden solche Tierchen auch nur 1/3 des irdischen Gewichtes aufweisen und demzufolge nicht so große Flügel benötigen :-))))

Zum Schluß wieder eine kuriose Formation die dem geneigten Betrachter das Gefühl vermittelt das die Dinge in Bewegung sind auf dem Mars (nicht nur kleine Staubteilchen und irdische Roboter):

Deplatzierte Scholle 200% Zoom (PSP_007612_2045) :

















Tja wie ist diese Scholle mit der "polierten" Oberfläche in solch eine merkwürdige Position geraten? Es gibt viel zu sehen für einen Mars-Touristen :-)

Weiterführende Links

Zu den behandelten Themen gibt es eine Fülle von Informationen und ich kann jedem nur empfehlen da mal zu "Googlen" - es ist ein wirklich spannendes Thema!

ganz zum Schluß dieser 2. Veröffentlichung zum Thema Mawrth Vallis noch eines meiner Lieblingsscreenshots von Google Earth im Marsmodus von einem meiner GE5 "Rundflüge" über das Mawrth Vallis:

Mittwoch, 5. August 2009

Cerberus Palus - interessante Strukturen und noch ein Mars Monolith

Gestern bzw. vor einigen Tagen hat sich zu meinem Erstaunen der populäre "Mondfahrer" Buzz Aldrin zu Wort gemeldet zum Thema Monolithen auf dem Mars bzw. seinem Mond Phobos (Video am Ende des Beitrags). Anlaß war die Entdeckung eines Monolith-ähnlichen Objekts auf einer HiRISE Aufnahme durch italienische Hobby-Marsforscher. Das hat mich insbesondere interessiert da ich Anfang diesen Jahres auch schon über eine ähnliche Struktur "gestolpert" bin. Die Beobachtung der italienischen Marsfreunde stammt von einer HiRISE Aufnahme aus dem Valles Marineris Gebiet auf dem Mars. Nachfolgend ein Bild und die Links zu den entsprechenden Veröffentlichungen:

 Mars Monolith
Quelle: http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-1204254/Has-mystery-Mars-Monolith-solved.html
Man muß wohl rein visuell schon zugeben das hier eine außerordentlich symmetrische, rechteckige Form vorliegt und man dieses Objekt durchaus als Monolith bezeichnen könnte - bedenkt man auch die fast aufrechte Position des "Blockes". Es stehen sich wie gewohnt in solchen Fällen zwei Hypothesen gegenüber:
  • natürliche Formation- zufällig entstanden
  • künstliche Struktur - ähnlich den irdischen Steinzeit Monolithen / Menhiren / Hinkelsteinen
Da man bis auf diese Satellitenaufnahmen kein weiteres Material zur Verfügung hat ist die Entscheidung zugunsten der natürlichen Formation derzeit am sichersten (auch wenn die zufällige natürliche Entstehung solch einer symmetrischen, rechteckigen und aufrechten Struktur eher einem 6er im Lotto plus Zusatzzahl entspricht).

Meine, ziemlich ähnliche Beobachtung, stammt aus dem Elysium Planitia Gebiet des Mars - speziell der Cerberus Palus Tiefebene.

Google Maps (Mars) Kontext: http://www.google.de/mars/#lat=3.935500&lon=149.078979&zoom=8

Quelle: http://hirise.lpl.arizona.edu/PSP_010744_1840
Auflösung: 25 cm/Pixel

Übersicht:



Objekt am östlichen unterem Rand bei 50% Zoom:


















200% Zoom des Obje
kts:


















200% Zoom - stark erhellt:





















Ich habe diesen Felsbrocken inzwischen Katharinenstein genannt. Wie ich finde ist das schon eine außerordentliche Formation wie auch die Entdeckung der Italiener am Anfang dieses Beitrages. Die Frage des Urpsrunges solcher Strukturen kann meiner Meinung nach erst endgültig geklärt werden durch bemannte Expeditionen (vielleicht müßen wir sogar irgendwann eine neue Wissenschaftsdisziplin wie Exo-Archäologie gründen - wer weiß). Bis dahin sind sie eine schöne Bereicherung bzw. Unterhaltung für alle Mars Enthusiasten und Motivation den Dingen auf dem Mars auf den Grund zu gehen. Unsere gegenwärtige Einstellung das wir (Homo Sapiens) einzigartig und etwas ganz besonderes (sozusagen das Maß aller Dinge) im Universum sind muß erst noch endgültig bewiesen werden - genau wie der natürliche Ursprung solcher Strukturen :-)

Zum Schluß noch eine weitere Beobachtung in der gleichen Cerberus Palus HiRISE Aufnahme:

















Wie gesagt solche Dinge sollte man vorerst ganz locker sehen und als Unterhaltung. . Sollte es irgendwann mal konkrete Hinweise auf vergangene Zivilisationen auf dem Mars geben, die es definitiv (noch?) nicht gibt derzeit obwohl die Gerüchte sich interessanterweise (aber nicht unverständlich) hartnäckig halten wartet allerdings eine Menge Arbeit auf zukünftige Exo-Archäologen...
Sicherlich sollte man solche außergewöhnlichen Beobachtungen vormerken als Ziele für weitere Untersuchungen und Expeditionen in der Zukunft wenn es Stützpunkte auf dem Mars gibt.

"Sag niemals Nie" sagte ein gewisser James Bond ja schon und dem füge ich mal hinzu: "Erwarte das Unerwartete beim erforschen neuer Welten"

p.s.: Die Katalognummer der HiRISE Aufnahme auf dem der Monolith der Italiener zu finden ist ist PSP_009342_1725. Ich hab mir das inzwischen auch näher angesehen und kann bestätigen das es keine Fälschung oder Photomontage ist. Der Katharinenstein ist allerdings deutlich größer (ca. 3 mal so groß), nicht ganz so schön gleichmäßig geformt dafür steht er aber aufrechter.

So ist der kleine Monolith in den hochauflösenden jpeg2000 Daten zu sehen:
(Karten ausgerichtet, Norden oben bei 400% Zoom und erhöhtem Kontrast):


Vergleicht man die Umgebung dieser Aufnahme mit der Umgebung der initialen Veröffentlichung (das 1. Bild dieses Beitrages) scheint es sich nicht um das gleiche Objekt zu handeln! Haben die Italiener noch einen anderen Monolithen gefunden und das HiRISE Team fälschlicherweise gedacht die Italiener hätten dieses Objekt gemeint? Wenn es so wäre hätten wir schon 3 Monolithen :-)












Buzz Aldrins Interview und Phobos Monolith + Phobos 2 Anomalie


Weiterführende Links:

Für alle die sich für die Suche nach außerirdischen Artefakten auf planetaren Oberflächen (Search for ExtraTerrestrial Artifacts - SETA als Erweiterung von SETI) näher interessieren gibt es hier eine interessante Veröffentlichung von einer australischen SETI/SETA Gruppe: http://spsr.utsi.edu/articles/markjbis2007.pdf

Sehr zu empfehlen auch die Bücher von Arthur C. Clarke, der den Mythos um die Monolithen begründet hat:


Dienstag, 21. Juli 2009

Dunkle Sandablagerungen in Vertiefungen - Sand oder doch etwas Anderes?

Aus aktuellem Anlass - der Veröffentlichung einer sehr guten MRO/HiRISE Beobachtung aus dem Pasteur Krater - stelle ich heute einige Nahansichten von einer Ablagerung von dunklem Sand oder Staub (so erklärt das HiRISE Team die Beobachtung) vor. Die Ablagerung befindet sich am Grund eines kleineren Kraters innerhalb des großen (113 km Durchmesser) Pasteur Kraters im Arabia Terra Gebiet des Mars.

Kontext - Pasteur Krater Google Maps(Mars): http://www.google.de/mars/#lat=19.082884&lon=24.565429&zoom=8&map=visible

Der kleinere Krater oben rechts in der Google-Kontextansicht ist das beobachtete Gebiet wie folgt:

Übersicht des beobachteten Gebiets:

Quelle: http://hirise.lpl.arizona.edu/PSP_007004_2000

Die Breite des Bildstreifens beträgt ca. 4.5 km. Am Grunde des, in der Mitte befindlichen, kleinen Kraters (ca. 2 km Durchmesser) ist ein sehr dunkles Gebiet zu erkennen. Dieses Gebiet habe ich mir anhand des RGB Bildbereichs "näher" angesehen:

25% Zoom RGB Übersicht - Farbbereiche angepasst um Details im dunklen Bereich hervorzuheben und kleiner Ausschnitt des westlichen Randbereichs bei 200% Zoom:

















50% Zoom auf die markante Struktur am nordöstlichen Rand des dunklen Gebietes:

















200% Zoom des Übergangsgebietes am westlichen Rand des dunklen Bereichs:

















50% Zoom südlicher Rand:

















100% Zoom südlicher Rand:

















100% Zoom südöstlicher Bereich des Randes:

















Die vielen verschiedenen Farbnuancen deuten auf das Vorhandensein von unterschiedlichen Material hin (vgl. color-products.pdf , S.3). Ein Versuch Details direkt in der "Schwarzen Zone" sichtbar zu machen schlägt fehl was relativ ungewöhnlich ist für HiRISE. Normalerweise hat HiRISE eine sehr hohe Empfindlichkeit und kann noch Details in sehr dunklen, schattigen Bereichen sichtbar machen (vgl. http://hirise.lpl.arizona.edu/HiBlog/2007/10/16/dr-dra/). Da dies hier nicht möglich ist (deshalb auch keine weiteren Ausschnitte des schwarzen Bereichs) muss das Material so dunkel wie Kohle sein oder zumindest keinerlei Licht reflektieren - was unterschiedlichste Ursachen haben kann! Jede mögliche Ursache ist äußerst interessant wie auch eine kohleartige Schwärze.
Diese mysteriösen dunklen Flecke wurden auch schon durch andere Sonden aufgenommen wie einige Beispiele belegen:

Mars Odyssey im Infraroten (THEMIS):
















Quelle: http://themis-data.asu.edu/planetview/inst/themis/V08512006#start



Und auch Mars Express am Grunde eines Tales:

Quelle: http://www.dlr.de/mars/Desktopdefault.aspx/tabid-388/7423_read-12503/

Diese seltsamen dunklen Flecken finde ich sehr interessant und ich hoffe das HiRISE noch weitere Aufnahmen dieser mysteriösen Strukturen machen wird. Die Erklärung das es sich hier um dunklen Sand unbekannter Herkunft handelt halte ich noch nicht für die endgültige Erklärung. Warum lagert sich ausgerechnet an bestimmten Stellen so eine Menge dieses ungewöhnlich dunklen Materials an? Warum ist dieses Material nicht auch in der Näheren Umgebung zu sehen? Was ist die Zusammensetzung (wenn es festes Material ist)? Warum sehen diese Ablagerungen meist einem tiefen irdischen Bergsee bzw Wasserlöchern aus der Luft (auch IR) so frappierend ähnlich und sind auch ausschließlich in dafür geeigneten Gebieten (z.B. Vertiefungen) zu beobachten - Zufall? Was den Pasteur Krater und Arabia Terra betrifft: gibt es vielleicht sogar einen Zusammenhang zwischen den ungewöhnlich hohen Wasserdampf- und Methankonzentrationen in diesem Gebiet (vgl. Mars, methane and mysteries , ESA August 2009) und solchen dunklen Gebieten? und und und

Beispiel von kleineren Seen in den Alpen (hier westlich von Innsbruck):

Größere Kartenansicht

Gerne mal in einen der Seen hineinzoomen und vergleichen ;)

Weiterführende Links:
Leider scheint es nicht viele aktuelle Veröffentlichungen zu diesem Thema zu geben. Das meiste was ich gefunden habe stammt aus den 80er und 90er Jahren und basiert größtenteils auf Viking Daten. Besonders interessant bezüglich dieses Themas sind natürlich die neuesten, viel detailliertere Daten der aktuellen Sonden.
Ein aktuelles Dokument habe ich trotzdem gefunden von der FU-Berlin: Link
Allerdings konzentriert man sich in diesem Dokument eher auf Dünen - Eine Düne kann ich allerdings nicht erkennen auf der hier behandelten HiRISE Aufnahme wie auch den 2 weiteren Beispielen, wo die dunklen Flächen eher sehr flach und eben erscheinen.

Falls jemand noch weitere (aktuelle) Dokumente zu diesem Thema findet wäre ich sehr dankbar für weitere Quellen :-)

optimales Stichwort zu diesem Thema ist intracrater deposits bzw dark material intra-crater deposits

Mittwoch, 1. Juli 2009

Einführung in die detailierte -virtuelle- Marsbeobachtung

Im Folgendem gebe ich eine kurze Einleitung für Neueinsteiger in der Marserkundung und stelle die besten Hilfsmittel und Möglichkeiten dazu vor.

Als Entdecker, der nicht selbst vor Ort sein kann, brauch man die besten zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der optischen Präsentation von Bilddaten des zu erkundenden Ortes. Im Falle Mars stehen mittlerweile sehr gute und hochauflösende Bilddaten frei zur Verfügung.

Den schnellsten Weg die Marsbilder im Detail und sogar perspektivisch zu erforschen bietet derzeit Google Earth (GE5). Google Earth ist bekanntermaßen eigentlich für die Darstellung von Bildern der Erde aus der Vogelperspektive vorgesehen. Vor kurzem wurde die Version 5 von Google Earth zur Verfügung gestellt mit einem besonderen Feature: den Mars Modus. Um GE5 in den Marsmodus umzuschalten geht man wie folgt vor:

  1. Download GE5: http://earth.google.de/
  2. GE5 installieren und starten
  3. Umschalten in den Marsmodus (siehe Bild unten)




















Die Bedienung von GE5 ist sehr intuitiv: Zoom mit Mausrad, Blickrichtung und Winkel ändern mit rechter Maustaste und Mausbewegung. Man findet sich sehr schnell zurecht.

Ein anderer Weg ist es direkt auf die hochauflösensten Marsbilder die derzeit verfügbar sind zuzugreifen. Diese Bilder werden vom, derzeit im Marsorbit befindlichen, Mars Reconnaisance Orbiter (MRO) "geschoßen" mit dem High Resolution Imaging Science Experiment (HiRISE), einem Kamerasystem das Bilder mit einer maximalen Auflösung von 25 cm/Pixel (!) aufnimmt.
Mit solch einer Auflösung sind Objekte ab einer Größe von ca. 80 cm sichtbar.
GE5 stellt schon eine Auswahl dieser hochauflösenden Bildstreifen zur Verfügung aber bei weitem noch nicht alle.
Die HiRISE Bildstreifen liegen in der höchsten Auflösung als Jpeg2000 Daten zum Download bzw zur Ansicht. Normale Bildbetrachtungsprogramme unterstützen dieses Format nicht so das man eine spezielle Software braucht.

Was die Auswahl der HiRISE Bilder in GE5 betrifft hat ein YouTube Nutzer eine sehr gute Anleitung veröffentlicht wie man, noch nicht vorhandene, HiRISE Bildstreifen hinzufügen kann:





Anleitung HiRISE Jpeg2000 (jp2) Bildstreifen:

  1. Download IAS Viewer: http://hiweb.lpl.arizona.edu/iasclient/iasviewer312.jnlp
  2. auf http://hirise.lpl.arizona.edu/ Zugriff auf jp2 Daten siehe Bild unten
















In diesem Fenster den gewünschten Bildstreifen anklicken. Die Datei wird dann automatisch mit dem IAS Viewer geöffnet. JP2QUICKLOOK deshalb weil man so die teilweise über 1GB großen jp2 Dateien nicht runterladen muß. Der Viewer lädt immer nur den Teil den man sich gerade betrachtet (ein besonderes Feature des jpeg2000 Formats) und man kann den jeweiligen Bildausschnitt als jpg Bild abspeichern. Die Bedienung des IAS Viewers ist intuitiv und sollte keine Probleme bereiten. Wie das HiRISE Team empfielt sollte man öfter die Funktion "Auto DRA" benutzen um die jeweils beste Bildqualität für das aktuell betrachtete Gebiet zu erhalten. Man findet die Funktionen in der oberen Menüleiste als kleine Symbole.

HiRISE Aufnahmen liegen in verschiedenen Versionen vor:
  • map projected (Karten ausgerichtet - Norden oben)
  • non map projected (nicht ausgerichtet - meistens Süden oben)
  • RED (Graustufen)
  • IRB (Wissenschaftliche Ansicht - Falschfarben)
  • RGB (Ästhetische Ansicht - erweiterte Farben - am nähesten an Echtfarben)
Genaue Informationen über HiRISE Farbdarstellung gibts hier: http://hirise.lpl.arizona.edu/HiBlog/2007/10/18/get-hirise-on-color/ und hier: http://www.uahirise.org/pdf/color-products.pdf

Kleiner Tipp von mir: Bei RGB Bildstreifen nach dem "Auto DRA" 40 zum unteren Wert des synthetischen Blau (der 3. Farbwert siehe Link zur Farbdarstellung) hinzufügen. Das synthetische Blau wird meist mit zu hohen Werten erkannt und bewirkt auf den meisten Bildern einen Blaustich. Reduziert man dies etwas (+40 zum unteren Wert vom 3. Kanal) erhält man meist deutlich klarere Ansichten.

Und jetzt viel Spaß beim Erkunden des Mars!

Links zu diesem Artikel:
http://earth.google.de/
http://hirise.lpl.arizona.edu/